Logo print
Lieber Leser,
unsere Seite finanziert sich durch Werbeeinnahmen und die deshalb angezeigten Werbebanner.
Helfen Sie uns, indem Sie Ihren Werbeblocker ausschalten.
Werbung
Logo von ED-live.de

Das Informationsportal für Stadt und Landkreis Freising

Werbung
<a href=//www.fs-live.de/out.php?wbid=2971 target=_blank></a>
« zurück zur Nachrichtenübersicht

26.11.2020 - Freising

Der Wolf auf Durchreise – Isegrim fühlt sich im Landkreis Freising nicht wohl

Quelle: BImA Bundesforst

Richtig gesehen hat ihn niemand, beinahe unerkannt ist der graue Isegrim in den letzten Oktobertagen durch den Landkreis Freising gelaufen. Allein dadurch, dass er bei Moosburg Damwild riss, wurde der Mensch auf ihn aufmerksam.

Für den Landkreis Freising ist der Nachweis eine kleine Sensation im Spektrum der hier vorkommenden Tierarten. Nach intensiver Verfolgung und Ausrottung der Wölfe in Deutschland betritt nach womöglich über 200 Jahren erstmals wieder ein freilebender Wolf die Region.

Der Wolf wissenschaftlich auch Canis lupus bezeichnet ist das größte in Europa heimische Raubtier aus der Familie der hundeartigen (Canidae). Auf den offiziellen Seiten des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) sind viele Details zur Biologie dieser Tierart dargestellt. So können erwachsene Tiere bis zu 90 cm groß werden und eine Länge von 140 cm erreichen. Sie sind damit sogar größer als Schäferhunde. Dabei erreichen sie ein Gewicht zwischen 30 und 50 kg und werden in freier Wildbahn bis zu 13 Jahre alt. Auffällig ist das gelbbraune bis graue Fell und das dunkle Gesicht mit weißen Wangen und eine schwarze Schwanzspitze. Mit seinen langen und schlanken Beinen ist der Wolf der geborene Dauerläufer.

Um erfolgreich Nachwuchs groß zu ziehen, leben Wölfe in einer sozialen Gemeinschaft, dem sogenannten Rudel. Neben den Elterntieren und den vier bis sechs Jungtieren, die im Frühsommer geboren werden sind häufig noch die Jungen des Vorjahres Teil des Rudels, die bei der Beaufsichtigung der Jungtiere und bei der Jagd mithelfen. Dabei kommt ihnen ihr ausgesprochen feiner Geruchssinn zugute und eine ausgeklügelte Verständigung, das charakteristische Wolfsgeheul. Im zweiten Lebensjahr müssen die dann ausgewachsenen Jungtiere das Rudel verlassen und sich auf die Suche nach einem eigenen Revier begeben.

Speichelreste haben ihn verraten

Vermutlich ist genau dies der Grund für den kürzlich gelungenen Nachweis eines Wolfes im Landkreis Freising bei Moosburg. Das Tier musste wahrscheinlich im Sommer sein Rudel verlassen und ist jetzt auf der Suche nach einem eigenen Revier. An der gerissenen Beute (Damwild) konnten mit Hilfe moderner Methoden der Biochemie genetische Spuren aus Speichelresten eindeutig einem Wolf zugeordnet werden. Möglicherweise gelingt es dem Labor noch weitere Erkenntnisse zu gewinnen über das Geschlecht und die Herkunft (Abstammung aus bekanntem Rudel). Damit würden sich weitere wertvolle Hinweise zu dem Tier und dem zurückgelegten Wanderweg ergeben.

Für alle passionierten Naturbeobachter, alle Halter von Weidetieren und Jagdrevierinhaber im Landkreis Freising stellt sich nun die spannende Frage, was der „Freisinger Wolf“ nun als nächstes vorhat. Zum Bedauern aller, die gerne ein solches Tier in freier Wildbahn beobachten würden und zur Erleichterung vermutlich aller Weidetierhalter ist anzunehmen, dass das Tier mit großer Wahrscheinlichkeit schon weitergewandert ist. Dabei kann das lauffreudige Tier in wenigen Wochen erhebliche Strecken zurückgelegt haben. Trotzdem wird jetzt bei allen auffälligen Kadavern (Risse) in der Region genauer hingeschaut, um keine Hinweise auf den umherwandernden Wolf zu übersehen und berechtigte Schadensersatzansprüche geltend machen zu können. Auch die Umsetzung und Verbesserung von speziellen Herdenschutzmaßnahen ist jetzt in den betroffenen Gemeinden möglich. Entsprechende Hinweise sind auf der Homepage des Landratsamtes hinterlegt.

Der Wolf kommt wieder

Eine dauerhafte Rückkehr des Wolfes in die heimische Natur im Landkreis Freising dürfte momentan als eher unwahrscheinlich einzustufen sein. Zwar hat das BfN erst 2020 mit Hilfe einer Habitatanalyse für ganz Deutschland festgestellt, dass theoretisch Platz wäre für 700 bis 1400 Wolfsrudel. In den letzten 30 Jahren (Stand 2020) haben sich laut BfN und der Wolfsberatungsstelle (DBBW) immerhin etwas mehr als 100 Rudel und ca. 30 Wolfspaare vor allem in Nord- und Nordostdeutschland mit eigenen Revieren etablieren können. Aber auch in Nordbayern und im Bayerischen Wald gibt es mittlerweile vier Wolfsterritorien.

Betrachtet man die Ergebnisse dieser Habitatanalyse genauer, so zeigt sich allerdings, dass der Landkreis Freising nur eine sehr geringe Eignung für eine dauerhafte Besiedelung durch Wölfe aufweist. Der relativ waldarme Landkreis ist in weiten Teilen dicht besiedelt und stark durch große Verkehrsachsen gegliedert. So gesehen dürfte unsere Region eher eine Raststation für den durchwandernden Wolf gewesen sein, auf seiner Suche nach einem geeigneten Wolfsrevier. Aufgrund der sich aber aktiv ausbreitenden Wolfspopulation in Deutschland ist es aber ziemlich sicher, dass es noch nicht der letzte Wolf war, der den Landkreis durchstreifte.
Quelle: Bayerische Staatsforsten

Quelle: Landratsamt Freising

weitere Nachrichten aus:



Aktuelle Themen

Nachrichtenbild
30.01.2026 - Landkreis Freising

Sportvereine im Landkreis Freising aufgepasst: Jetzt Vereinspauschale beantragen

Die Bayerische Staatsregierung gewährt auch in diesem Jahr den Sport- und Schützenvereinen die Vereinspauschale.

⇒ mehr Informationen...
Nachrichtenbild
30.01.2026 - Landkreis Freising

Landkreis Freising: Der regionale Arbeitsmarkt im Januar 2026

Winter lässt Arbeitslosenzahlen steigen

⇒ mehr Informationen...

Nachrichtenbild
30.01.2026 - Landkreis Freising

Glätte sorgt für mehrere Unfälle und Verkehrsbehinderungen

Witterungsbedingt kam es am Donnerstagvormittag zu einer Serie von Glätteunfällen im Landkreis Freising.

⇒ mehr Informationen...
Nachrichtenbild
29.01.2026 - Moosburg a.d.Isar

Fahndungstreffer

Beamte der Polizeiinspektion Moosburg kontrollierten am Mittwochvormittag eine 38-jährige Frau, die mit ihrem Pkw in Moosburg unterwegs war.

⇒ mehr Informationen...

Nachrichtenbild
29.01.2026 - Flughafen München

Bundespolizei nimmt gesuchten Straftäter am Flughafen München fest

Die Bundespolizei hat am späten Dienstagabend einen slowenischen Staatsangehörigen bei der Ausreise nach London am Flughafen München festgenommen.

⇒ mehr Informationen...
Nachrichtenbild
29.01.2026 - Neufahrn b.Freising

Hochwertige Fahrräder aus Kellerabteil in Neufahrn entwendet

Im Zeitraum vom 27.01.2026 auf den 28.01.2026 wurden durch bislang unbekannte Täter aus einem Kellerabteil in Neufahrn zwei hochwertige Fahrräder entwendet

⇒ mehr Informationen...

Landkreisinformationen

Blutspendetermine

Direktvermarkter

Videos

Webcams

Ratgeber

Gemeinden

Kooperationen


ED-live.de FM-live.de