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25.04.2019 - Landkreis Freising

Keine Angst vor schwarz-gelb-gestreiften Gartenbesuchern

Bild: pixabay

Wolkenfreier Himmel, die Sonne strahlt und angenehme 20 Grad Celsius. Perfektes Wetter, um draußen im Freien zu essen. Doch der Genuss von Kuchen, Säften, Eis oder auch Grillfleisch wird oftmals von unliebsamen Insekten gestört und nicht selten folgt darauf aufgeregtes Wedeln, Pusten oder der Einsatz von Giften jeglicher Art. Die Panik ist vielerorts groß, jedoch völlig unbegründet. Darauf weist die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Freising hin. Unter den acht staatenbildenden Wespenarten sind es nämlich nur zwei, die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe, die wir als störend empfinden. Alle anderen sind an süßen Speisen nicht interessiert.

Ähnlich zur Honigbiene tragen auch Wespen aller Art zur Bestäubung von Wild- und Nutzpflanzen bei. Im Sommer ist die Wespe jedoch mit der Aufzucht und Fütterung ihrer Brut beschäftigt. Hierzu fängt sie unzählige Insektenlarven und übernimmt somit eine wichtige regulative Funktion im Naturhaushalt. Unter anderem fressen sie auch die von vielen Gartenbesitzern gefürchteten Raupen des Buchsbaumzünslers. Im Hochsommer ist der Bedarf an Eiweiß für die Wespenlarven gedeckt und die Suche nach zuckerhaltiger Nahrung beginnt. Dabei kommt es dann oftmals zu Konflikten zwischen Mensch und Tier. Es gibt allerdings nur zwei Anlässe, warum Wespen stechen. Zum einen, wenn sie gequetscht oder gedrückt werden, zum anderen wenn sie ihr Nest und Volk gegen Störungen oder Beschädigung verteidigen wollen.

Beide Fälle können vermieden werden, wenn man sich an ein paar Spielregeln hält. So sollte man schnelle Bewegungen und Erschütterungen vermeiden und die Wespen auch nicht weg- oder anpusten, da das in der Atemluft enthaltene Kohlendioxid ein Warnsignal für die Wespe darstellt. Wenn sich Wespen in Haus oder Garten eingenistet haben, darf man sich über die kostenlosen Schädlingsbekämpfer freuen und sollte ein wenig Rücksicht nehmen: Die Einflugschneise nicht blockieren, Fliegengitter an Fenstern und Türen anbringen, zur Ablenkung vom Gartentisch eine ungestörte „Futterstelle“ einrichten und sonstige Störungen für ein paar Wochen möglichst vermeiden. Denn im Herbst stirbt das Wespenvolk ab, das Nest kann gefahrlos entfernt und die Baukunst der kleinen Insekten bestaunt werden.

Falls doch ein Wespennest beispielsweise wegen bekannten Allergien entfernt werden muss, sollte man nicht gleich die Giftkeule schwingen, sondern den Wespenberater kontaktieren. Bei rechtzeitiger Meldung kann er die Wespen gefahrlos umsiedeln.

Sollte man doch mal gestochen werden, bedeutet das für einen gesunden Menschen keine Gefahr. Auch Hornissenstiche sind nicht gefährlicher als Wespenstiche. Sie sind sogar friedfertiger als Wespen und ziehen die Flucht dem Angriff vor. Auch der weit verbreitete Spruch, dass drei Hornissenstiche einen Menschen und sieben Stiche ein Pferd töten würden, ist ein Märchen. Man kann die nächste Grillparty zum Sommermärchen werden lassen, auch mit schwarz-gelb-gestreiften Gästen.

Quelle: Landratsamt Freising

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